Engagement für hessische Blasenkrebs-Selbsthilfegruppen

Veröffentlichungsdatum | 4. Januar 2015 | Franz Hagenmaier

Aktualisierung: 22. März 2015

In der Zeit zwischen 2011 und 2014 wurden in Hessen sechs Blasenkrebs-Selbsthilfegruppen (Darmstadt, Frankfurt am Main, Bad Nauheim, Gießen, Fulda und Bad Soden-Salmünster) gegründet. Die Gründung der siebten Gruppe in Hessen (Landeshauptstadt Wiesbaden) befindet sich in Vorbereitung und wird am 19. März 2015 vollzogen. Die Leiterin für diese Gruppe wurde bereits gefunden und wird derzeit auf ihre Aufgabe vorbereitet, und mit dem Chefarzt der Klinik für Urologie und Kinderurologie der HSK / Dr. Horst Schmidt Klink Wiesbaden, Herrn Prof. Dr. med. Klaus Kleinschmidt wird die Auftaktveranstaltung vorbereitet.
Bis solch eine Gruppengründung sicher vollzogen ist, muss sehr viel Eigeninitiative und Engagement aufgebracht werden. Das weiß jeder, der bereits eine Gruppe erfolgreich gegründet hat. Manchmal dauert es auch zwei oder drei Anläufe, bis eine Gruppe sich letztendlich etabliert hat.
Heute soll einmal der Aufwand eines SHG-Mitglieds dargestellt werden, der zu Gründung und Betrieb dieser sechs hessischen Gruppen erforderlich war. In der Zeit vom 01.07.2011 bis zum 31.12.2014 hat er mit seinem PKW für die 6 Gruppen über 20.000 Kilometer zu verschiedensten Veranstaltungen auf eigene Kosten zurückgelegt. Dafür wurden von ihm insgesamt mehr als 700 Stunden Zeit (= durchschnittlich ca. 4 Stunden pro Woche) aufgewendet. Dabei ist zu berücksichtigen, dass dieses Mitglied berufstätig ist und dafür an jedem Arbeitstag bereits einen Zeitaufwand von mehr als 10 Stunden hat. Unglücklicherweise hat er in den letzten ca. 1,5 Jahren im Rollstuhl gesessen und war auf die Hilfe seiner Frau angewiesen.
Den zusätzlichen Zeitaufwand und die entstehenden Kosten für die Betreuung von deutschlandweit Betroffenen über das Telefon oder über Mailverkehr hat er nicht aufgezeichnet. Er ist in diesem Bereich sehr aktiv, besonders zum Thema Hyperthermie-Chemotherapie mit Mitomycin C nach der Synergo®-Methode mit persönlichen Kontakten zu allen vier Standorten in Deutschland, das besonders im Moment, bei den Herstellungsengpässen von BCG, eine Renaissance erfährt.
Da er vom oberflächlichen Blasenkrebs bis hin zur Neoblase in sieben Jahren bereits alles selbst erlebt hat und auch beruflich als Schwerbehindertenvertreter für mehr als 700 Mitarbeiter zuständig ist, kann er sich fachlich auf einem sehr hohen Niveau mit den meisten Betroffenen aus eigener Erfahrung unterhalten und Tipps und Hinweise weitergeben. Er ist halt der ideale Gruppenleiter, ohne den ich in Hessen die Blasenkrebs-Selbsthilfegruppen nicht bedienen könnte.
Seine Aufwände sollen an dieser Stelle einmal dankend gewürdigt werden und sollen allen Mitgliedern des ShB Ansporn und Selbstvertrauen geben, sich in Selbsthilfegruppen zu engagieren, denn:
Diesen Aufwendungen steht eine nicht meßbare Dankbarkeit, teilweise mit Dankestränen, all derer gegenüber, die durch Gespräche am Telefon und in den Gruppen gelernt haben, mit ihrer Krankheit besser umzugehen und wieder Lebensmut geschöpft haben. Und der Aufwand für eine einzelne Gruppe ist ja bedeutend geringer.
Dank an dieser Stelle auch an den Vorstand des ShB, der unsere selbsthilfebezogenen Arbeiten seit 2013 pauschal fördert.
Franz Hagenmaier
Landesbeauftragter des ShB für Hessen