Blasenkrebs und Lungenkrebs treten häufig gemeinsam auf

Veröffentlichungsdatum | 11. Februar 2016 | Bettina Lange

Aktualisierung: 11. Februar 2016

Blasenkrebs und Lungenkrebs treten nicht selten kombiniert auf. Daher könnte bei Patienten mit einem Harnblasenkarzinom das Screenen auf Lungenkrebs mithilfe eines Niedrigdosis-CTs sinnvoll sein. Darauf weisen Forscher jetzt hin.
 
Dass Rauchen zu Lungenkrebs führen kann, ist bekannt, doch nur wenige Menschen wissen, dass Tabakkonsum auch das Risiko für Blasenkrebs stark erhöht. Der Grund dafür ist, dass die im Zigarettenrauch enthaltenen kanzerogenen Substanzen, die über die Lunge ins Blut gelangen, von der Niere gefiltert und so mit dem Urin in die Blase transportiert werden, wo sie längere Zeit verweilen und ihre schädigende Wirkung entfalten können. Rauchen ist daher sogar die Hauptursache für ein Harnblasenkarzinom, und Lungen- und Blasenkrebs treten nicht selten in Kombination auf.
 

Wer Blasenkrebs hat, leidet nicht selten auch an Lungenkrebs

 
Wie häufig die beiden Krebsarten tatsächlich gemeinsam auftreten, haben Forscher nun anhand der Daten zweier großer US-amerikanischer Studien, nämlich der PLCO- und der NLST-Studie, untersucht. An beiden Studien haben insgesamt über 200.000 Patienten teilgenommen. Die Urologen Dr. Laura-Maria Krabbe vom Universitätsklinikum Münster und Professor Yair Lotan vom Southwestern Medical Center in Dallas (USA) konnten zeigen, dass immerhin 4,1 beziehungsweise 5,0 Prozent der Blasenkrebspatienten auch Lungenkrebs hatten und 1,7 beziehungsweise 1,1 Prozent der Lungenkrebspatienten auch unter Blasenkrebs litten.
 
Die meisten der von beiden Krebsarten Betroffenen waren Raucher mit mindestens 30 Packungsjahren (ein Packungsjahr entspricht zum Beispiel 20 Zigaretten pro Tag ein Jahr lang oder zehn pro Tag über zwei Jahre). Fast alle Betroffenen waren zum Zeitpunkt der Studien noch aktive Raucher oder hatten frühestens 15 Jahre vor Eintritt in die jeweilige Studie mit dem Rauchen aufgehört.
 

Untersuchung auf Lungenkrebs sinnvoll

 
Da bei Patienten, die an Blasenkrebs erkrankt sind, das Risiko für Lungenkrebs deutlich über dem Bevölkerungsdurchschnitt liegt und Lungenkrebs eine besonders tödliche Krebserkrankung ist, halten die Studienautoren es für sinnvoll, Blasenkrebs-Patienten grundsätzlich auch auf Lungenkrebs zu untersuchen, und zwar mithilfe eines Niedrigdosis-CTs. Während die 5-Jahres-Überlebensrate bei Blasenkrebs bei rund 70 bis 80 Prozent liegt, wird sie bei Lungenkrebs ungefähr auf 13 bis 15 Prozent beziffert. Das größte Problem ist, dass der Krebs in der Lunge meist erst spät entdeckt wird.
 

Autor: red
Quelle: http://www.gesundheitsstadt-berlin.de, veröffentlicht am 11.02.2016