Was können wir selbst für uns tun?

 

“Wir” meint hier:  Sie und wir als Betroffene, wir können etwas für uns tun, was uns hilft, die Krankheit zu ertragen, und was auch zu unserer Heilung beiträgt. Natürlich liegt es nahe zu fragen: Warum passiert mir das? Natürlich liegt es nahe, in Verzweiflung zu verfallen. Dann kann der Wunsch aufkommen, sich zurückzuziehen, sich eher zu verkriechen als aktiv am Leben teilzunehmen. Wenn Sie das tun, werden Sie bald feststellen, dass Ihnen das gar nicht hilft, sondern Ihre unguten Gefühle eher verstärkt.

 

Selbstverständlich ist, dass Sie die Nachsorgetermine regelmäßig wahrnehmen. Und hoffentlich haben auch Sie einen Arzt Ihres Vertrauens, der Sie unterstützt, soweit es in seiner Macht steht. Aber damit ist es nicht getan.

 

Die Krebserkrankung beeinflusst nicht nur Ihre Körperfunktionen. Ihre Psyche – Geist und Seele – leiden auch und damit Ihr Selbstverständnis. Körper, Geist und Seele sind keine getrennten Einheiten, sondern alle drei bilden untrennbar das, was wir ICH nennen. Das bedeutet, wenn wir für unseren Körper etwas Gutes tun, fühlen wir uns auch insgesamt besser und wenn wir etwas Schönes erleben, wird unser Lebensgefühl gestärkt. Wenn wir uns mit unserer Krankheit auseinandersetzen, werden unser Verständnis und unsere Akzeptanz der Krankheit gestärkt. Daran können wir wachsen.

 

Das Wichtigste, was wir Ihnen aus unserer Erfahrung sagen können, ist, Ihre Krankheit so zu akzeptieren, dass Sie darüber sprechen können: mit Ihren Nächsten, mit Freunden, mit Arbeitskollegen, aber auch mit anderen Betroffenen. Denn dann wissen Ihre Partnerin/Ihr Partner, Ihre Familie und Freunde auch, wie sie mit Ihnen umgehen können. – Im Austausch mit anderen Betroffenen werden Sie erfahren, dass es möglich ist, trotz der Krankheit Lust am Leben zu empfinden. Sie werden eine zunächst vielleicht überraschende Offenheit erfahren und Tipps erhalten, die nur aus der persönlichen Erfahrung gewonnen werden können. Auch der Heilungsprozess wird von einer zuversichtlichen Haltung positiv beeinflusst, das dürfen Sie glauben.
Frauen und Männer reagieren unterschiedlich auf die Probleme nach einer Blasenentfernung. Für Männer ist häufig die Beeinträchtigung der männlichen sexuellen Fähigkeiten Ursache der Verunsicherung, für Frauen trifft dies eher bei Veränderung ihres Körperbildes zu, z.B. wenn ein Urostoma angelegt wurde. Wie dem auch sei: Es kommt entscheidend darauf an, wie Sie mit dieser Veränderung umgehen, ob Sie alles nur mit sich selbst abmachen wollen – auch diese Haltung nehmen eher Männer als Frauen ein – oder ob Sie mit Ihrer Partnerin, Ihrem Partner offen über Ihre Sorgen und Gefühle sprechen.

 

Unsere menschliche Fähigkeit zu Mitgefühl und Zärtlichkeit, zu Zuneigung und Liebe hat so viele Möglichkeiten sich auszudrücken, dass es auch gelingen kann, Einschränkungen zu überwinden.
Es gibt ganz handfeste Empfehlungen und auch viele Ratgeber. Wir wollen hier nur einige beispielhaft nennen, denn tun müssen Sie es selbst: Ihr Ziel ist doch, trotz Krebserkrankung eine zufriedenstellende Lebensqualität zu haben. Und dazu gehört Ihre Freude am Leben.

 

Nehmen Sie sich Zeit für sich selbst, für Dinge und Unternehmungen, die Ihnen Freude bereiten.

 

Seien Sie aktiv, aber ohne Stress: Sport, sich bewegen und sich dabei durchaus auch körperlich anstrengen, stärkt Ihre Lebensgeister und fördert den Heilungsprozess. Jeder Krebs-Betroffene hat das Anrecht auf Rehabilitationssport, den die Krankenkassen unterstützen. Sprechen Sie Ihren Arzt dazu an.

 

Informationen über die Krankheit und ihre Therapiemöglichkeiten stärken Ihr Selbstbewusstsein, weil Sie gezielt Fragen stellen können und sich so weniger abhängig fühlen müssen. Dazu trägt auch der Austausch mit anderen Betroffenen bei.

 

Austausch mit anderen Betroffenen kann Ihnen wertvolles Erfahrungswissen vermitteln. Sie können sich an eine lokale Selbsthilfegruppe Blasenkrebs in Ihrer Nähe wenden (Adressenverzeichnis finden Sie hier) oder an einem Internet-Forum teilnehmen (www.forum-blasenkrebs.net). Dort finden Sie außerdem ein umfangreiches Wörterbuch zu Blasenkrebs und auch Informationen zu Urologischen Kliniken nach Postleitzahlbereichen.

 

Komplementäre Behandlungsmethoden können Ihren Organismus neben der eigentlichen Krebstherapie unterstützen und die Nebenwirkungen, z.B. einer Chemotherapie mildern, siehe Anlage.

 

Ernährung: Natürlich nicht nur bei Krebs, sondern allgemein spielt eine ausgewogene Ernährung eine sehr große Rolle für unsere Gesundheit. Bei einer Krebserkrankung jedoch ist sie besonders wichtig.

 

Für alle Stadien der Blasenkrebserkrankung gilt, dass die störungsfreie Funktion der Nieren durch eine ausreichend große Trinkmenge von mindestens zwei Litern täglich, über den Tag verteilt, unterstützt wird. Am besten ist reines Wasser, was aber nicht heißen soll, dass alle anderen Getränke geächtet sind.

 

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