DGU-Kongress 2017: Erstmals Patientenleitlinie Blasenkrebs veröffentlicht

Medizinische Fachgesellschaften und Patientenvertreter entwickeln laienverständliche Empfehlung –
Selbsthilfe-Bund Blasenkrebs an Erarbeitung intensiv beteiligt

Patientenleitlinie Blasenkrebs Patientenleitlinie Blasenkrebs

Im Rahmen des laufenden 69. Kongresses der Deutschen Gesellschaft für Urologie e.V. (DGU) in Dresden ist erstmalig die Patientenleitlinie „Blasenkrebs – Eine Leitlinie für Patientinnen und Patienten“ veröffentlicht worden.
 
In Deutschland erkranken jedes Jahr 29.480 Menschen an Harnblasenkrebs, darunter 7.210 Frauen und 22.270 Männer. Die Krankheit wird meist sehr spät erkannt und statistisch gesehen mit 72 Jahren diagnostiziert.
 
Die neue Empfehlung beruht auf der bereits bestehenden Handlungsempfehlung der ärztlichen S3-Leitlinie „Harnblasenkarzinom“ des Leitlinienprogramms Onkologie und damit auf dem besten derzeit verfügbaren medizinischen Wissen. Finanziert wurde die neue Patientenleitlinie von der Stiftung Deutsche Krebshilfe im Rahmen des Leitlinienprogramms Onkologie. Medizinische Fachgesellschaften haben das knapp 175-seitige Schriftstück gemeinsam mit Patientenvertretern innerhalb eines Jahres nach Vorstellung der S3-Leitlinie auf dem DGU-Kongress 2016 in Leipzig entwickelt.
 

Der Selbsthilfe-Bund Blasenkrebs e.V. (ShB) war an der Erarbeitung intensiv beteiligt.

„Wir haben in den letzten Jahren sowohl an der S3-Leitlinie als auch nun an der neuen Patientenleitlinie mitgewirkt und konnten so Forderungen aus Patientensicht mit einfließen lassen. Wir begrüßen es sehr, dass nun eine Patientenleitlinie vorliegt, die Betroffenen vor und nach der Operation maßgeblich weiterhelfen kann“, so der ShB-Vorsitzende Joachim Weier.
Die Patientenleitlinie umfasst neben Basisinformationen zum Blasenkrebs auch den für den Betroffenen wichtigen Bereich der Lebensqualität nach der Operation und Therapie. Die Wirkung der Selbsthilfe wird in der Broschüre ebenfalls anschaulich dargestellt.
 
„Dies ist äußerst wichtig für Patienten und Angehörige. Auch insbesondere die laienverständlichen Informationen für Betroffene. Fachbegriffe sind bei Medizinern an der Tagesordnung, müssen dem Patienten aber häufig erklärt werden. Hier hilft jetzt die neue Patientenleitlinie“, erklärt Weier.
Die neue Leitlinie ist in der Infothek der Deutschen Krebshilfe unter www.krebshilfe.de/informieren/ueber-krebs/infothek/infomaterial-kategorie/patientenleitlinien/ bestellbar.

gemeinsame Pressemitteilung des ShB und der Deutschen Krebshilfe vom 20.09.2017:
komplette Meldung als pdf

Neuesten Beiträge

Internationaler Tag des Ehrenamtes 2022

Am Montag, den 5. Dezember 2022, findet der Internationale Tag des Ehrenamtes statt. Derzeit sind rund 29 Millionen Menschen deutschlandweit freiwillig und unentgeltlich tätig. Darunter engagieren sich 3,5 Millionen ehrenamtlich für gesundheitliche und soziale Themen in rund 100 000 Selbsthilfegruppen.

HKSH-BV fordert bessere Aufklärung und Ausweitung der Vorsorgeuntersuchungen

In Deutschland zeichnen sich Rückgänge um bis zu 20 Prozent bei der Inanspruchnahme von Krebs-Früherkennungsuntersuchungen für gesetzlich Versicherte ab. Das zeigt eine aktuelle Analyse des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO). Das Haus der Krebs-Selbsthilfe – Bundesverband e.V. (HKSH-BV) sieht diese Entwicklung mit großer Sorge.

10. Krebsaktionstag 2022 – Online gegen Krebs

So lautete das Motto des 10. bundesweiten Krebsaktionstags am Sa.,19. November 2022. Betroffene, Angehörige und Interessierte konnten sich online kostenfrei in Live-Vorträgen über verschiedene Krebsarten informieren.

35. Deutscher Krebskongress in Berlin

Die Diagnose Krebs schockt Jahr für Jahr rund 500.000 Menschen in Deutschland. Durchschnittlich jeder Zweite ist hierzulande im Laufe des Lebens von einem Krebsleiden betroffen. Auf dem 35. Deutschen Krebskongress (DKK) im Berliner City Cube tauschten sich vom 13. bis zum 16. November 2022 rund 10.000 Vertreterinnen und Vertreter aus Wissenschaft, Medizin, Gesundheitswesen, Politik und Pflege unter dem Motto „Krebsmedizin: Schnittstellen zwischen Innovation und Versorgung“ aus.

G-BA: Projekt zeigt – Zertifizierte onkologische Zentren behandeln besser

Krebserkrankungen sind die zweithäufigste Todesursache in Deutschland. Eine Behandlung an zertifizierten onkologischen Zentren kann die Überlebenschancen für Patientinnen und Patienten jedoch deutlich erhöhen. Dies konnte das Versorgungsforschungsprojekt „WiZen – Wirksamkeit der Versorgung in onkologischen Zentren“ anhand umfangreicher Datenauswertung belegen und überzeugte damit den Innovationsausschuss beim Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA).