MITEINANDER REDEN – VERSTEHEN – GEMEINSAM HANDELN

Veröffentlichungsdatum | 2. November 2019 | Christiane Widmann

Aktualisierung: 4. November 2019

Unter dem Motto
MITEINANDER REDEN – VERSTEHEN – GEMEINSAM HANDELN

fand am 26. Oktober 2019 die 8. Offene Krebskonferenz, in Frankfurt am Main, Campus Westend, statt.
Veranstalter waren neben der Hessischen Krebsgesellschaft, die Deutsche Krebsgesellschaft und die Stiftung Deutsche Krebshilfe. Unterstützt wurde die Konferenz ebenfalls vom Haus der Krebs-Selbsthilfe Bundesverband e.V. sowie dem Hessischen Ministerium für Soziales und Integration. Wir waren dabei!
Die knapp 400 Besucher der Konferenz konnten sich an 33 Informationsständen sowie bei 77 Vorträgen über die verschiedenen Krebserkrankungen informieren. 115 Referenten, Fachleute sowie Selbsthilfevertreter standen für Gespräche und Diskussionen zur Verfügung.

Zum Thema Urogenitale Krebserkrankungen Blase, Hoden und Niere stellten sich vier Referenten im Hörsaal 7 vor und luden zu Fragen und Diskussionen ein:

1. Nierenkrebs – Dr. Ullrich Witzsch, leitender Oberarzt der Urologie des Krankenhaus Nordwest, Frankfurt am Main, erläuterte Neuerungen auf dem Wissensgebiet der Nierenkrebserkrankungen.
Fazit: Je kleiner der Tumor ist, desto höher ist die Möglichkeit dass der Tumor Nieren erhaltend entfernt werden kann.

2. Blasenkrebs – Hier berichtete Prof.Dr. Axel Hegele, leitender Oberarzt der Klinik für Urologie und Kinderurologie und stellvertretender Kliniksdirektor, Philipps-Universität Marburg, unter anderem, in wieweit es Fortschritte im Bereich der Immuntherapie und der Chemotherapie gibt. Es wurde jedoch klar, dass es im fortgeschrittenen Stadium der Erkrankung, z.B. wenn die Möglichkeit einer Entfernung der Blase nicht mehr besteht, oft nur um eine Lebensverlängerung von Monaten gehen kann.

3. Hodenkrebs – Dr. Jost Weber, Facharzt der Urologie in Büdingen, forderte die Männer auf, selbst Sorge zur Früherkennung der Hodenkrebserkrankung zu tragen: “Männer – nehmt eure Eier in die Hand”. Eine regelmäßige Untersuchung der Hoden und entsprechende Vorsorge könne dazu beitragen, den Krebs frühzeitig zu erkennen und durch geeignete Maßnahmen zu stoppen.

4. Selbsthilfe – Franz Hagenmaier, Ansprechpartner der Blasenkrebs – Selbsthilfegruppen Bad Nauheim und Frankfurt, ermunterte in seinem Vortrag die Betroffenen sowie auch deren Partner, sich bereits nach der Diagnose „Blasenkrebs“ bei der Selbsthilfegruppe Informationen und Hilfe zu holen. Dies kann akut über die im Internet veröffentlichten Telefonnummern erfolgen. Bei der ehrenamtlichen Selbsthilfe handele es sich natürlich nicht um ärztliche Hilfe, sondern um eine Erfahrungssammlung anderer Betroffener. Der Austausch zwischen den Betroffenen könne aber sehr wertvoll sein und man kann Dinge erfahren die man sonst nicht hört.

Im Hörsaal 9 stand gleichzeitig unter dem Motto “Macht Krebs arm?” unser Gruppensprecher der Blasenkrebs SHG Bad Soden-Salmünster, Detlef Wacker, auf dem Podium mit seinem Vortrag “Ich hätte Hilfe gebrauchen können“, und berichtete über seine persönlichen Erfahrungen mit den Institutionen nach dem Wegfall des Krankengelds nach der Akutphase seiner Erkrankung.

Das gesamte Programm kann hier angeschaut werden: epaper.kukm.de/…

Der Infostand C5 zum Thema Blasenkrebs war zwar ein Hingucker mit dem Slogan “Lieber ein Beutel am Bauch als ein Zettel am Zeh”, aber durch die Lage in der hintersten Ecke der Eingangshalle blieb die Anzahl der Gespräche sehr überschaubar.

Dagegen gab es bei der Podiumsdiskussion im Audimax aus dem Auditorium viel Beifall, als Franz Hagenmaier die Frage stellte: “Die Krankenkassen beschädigen die ehrenamtliche Krebs-Selbsthilfe dadurch, dass die Fördermittelvergabe für Selbsthilfe-Verbände ab 1. Januar 2020 davon abhängig gemacht wird, ob der Verband von seinen Mitgliedern Mitgliedsbeiträge einfordert. Warum?”
Die Frage konnte vom Podium leider nicht beantwortet werden, zeigte aber in Nachgesprächen, dass diese Krankenkassen-Forderung in politischen Kreisen nicht bekannt ist. Deshalb wurde Tags darauf der Hessische Ministerpräsident Bouffier und der Hessische Gesundheitsminister Klose mit dem Thema konfrontiert.
Vielleicht hat dadurch die ehrenamtliche Teilnahme an der Konferenz der hessischen Blasenkrebs-Selbsthilfe einen Nutzen gebracht nach dem Motto MITEINANDER REDEN – VERSTEHEN – GEMEINSAM HANDELN